DRV-Inrigger für ihre Wanderfahrt

Die Anmeldung und Benutzerordnung für die in Anklam bereitstehenden Inrigger sowie die Bestimmungen und Stationierungen der Wanderruderboote des DRV können Sie hier herunterladen.

 

Ansprechpartner für Übernachtungen, Boots- und Hängerverleih sowie Inrigger-Betreuung:

Wie gut sich die beiden Inrigger u.a. bei unserer Usedom-Umrundung 2016 bewährt haben, zeigt unser Video.

SEEGIG "STÖRTEBEKER"

Foto: Uta Günther
Foto: Uta Günther

Liebe Wanderruderfamilie,

 

wir danken alle gemeinsam dem Förderkreis Wanderrudern sowie dem Deutschen Ruderverband für die Anschaffung eines fabrikneuen Inriggers 2+ mit allem Zubehör von der in unserem Bundesland ansässigen Firma "Baumgarten-Bootsbau". Das Boot ist 8,30 m lang, 1,13 m breit und wiegt fahrfertig knapp unter 100 kg.

Dass unsere vorpommersche Haff- und Boddenküste und speziell der Anklamer Ruderklub für die Stationierung der Seegig auserwählt wurde, ehrt uns sehr. Wir hoffen, dass ambitionierte Wanderruderer, die den Wert auch zu schätzen wissen, damit erlebnisreiche Fahrten durchführen werden.

Der Verleih des Bootes unterliegt natürlich der Benutzerordnung und den Anmeldeformalitäten des DRV. Als Eckpunkte gelten hier der Tagespreis von 15 € und für eine Woche 75 €. Die Seegig ist kaskoversichert, die Selbstbeteiligung bei Schäden beträgt 130 €.

Abschließend sei hier bemerkt, dass der Verein auch Boote aus seiner "Flotte" verleiht, als Ergänzung zum Inrigger bieten sich hier zwei klassische, geklinkerte, vollgedeckte und geschottete Skullboote an (Zweier+ und Zweier-).

 

- Anhängervermietung auf Anfrage -

 

Riemen- und Dollenbruch!

Der Vorstand des Anklamer Ruderklubs


SEEGIG "RÜGEN"

Mit einem weiteren Boot unterstützt der DRV das Wanderrudern

 

Mit einem zusätzlichen Inriggerboot erweitert der DRV seine Wander­ruderbootsflotte.

 

Der im letzten Jahr in Betrieb genommene Inriggerzweier erhält in Anklam mit einem Inriggervierer Verstärkung. Jetzt können Wanderfahrten mit klei­nen Gruppen von Anklam aus starten. Beide Boote können für Wanderfah­rten ausgeliehen werden. Die Boote entsprechen dem dänischen Lang­toursteuermannsreglement und kön­nen im Rahmen der Küstenruderordnung auch auf den Bodden- und kü­stennahen Gewässern der Ostsee be­nutzt werden.

 

Der Vierer ist ein vom Nordschleswiger Ruderverein Hardersleben ge­nutztes Boot, das dem Verband angeboten wurde. Es wurde in Anklam top saniert und liegt wie neu im Ruderklub Anklam zur Verfügung. Viele Ruder­kameraden werden mit dem Boot "Rü­gen" schon schöne Wanderfahrten un­ter Leitung von Angelika Feigel und Dieter Hallman unternommen haben und wissen dadurch, welch schönes Boot der Verband jetzt besitzt.

 

Der Verband verfolgt mit der Sta­tionierung am Standort drei we­sentliche Ziele:

1.   Unterstützung eines Vereines, der stark von vielen Wanderruderern ge­nutzt wird. In Anklam beginnen und enden viele Wanderfahrten. Der Verein ist klein. Er kann selbst aus eigenen Mitteln solch ein Boot, das überwie­gend für die Ausleihe gedacht ist, den Wanderruderern nicht zur Verfügung stellen. Um den Verein zu unterstützen und zu stärken, soll mit unserer Aktion eine verbesserte Mitgliederwerbung in der Region erreicht werden. Damit wird ein dauerhafter Erhalt des Ver­eins für das Wanderrudern angestrebt.

2.   Anklam selbst ist in einem struktur­schwachen Gebiet nahe an der polni­schen Grenze gelegen. Viele, vor allem junge Menschen, haben das Gebiet um Anklam verlassen. Mit diesen Booten stärkt der Verband auch die Region. Es werden zusätzliche Besucher zum Ru­dern erwartet. Die Instandhaltung und Instandsetzung haben wir in der Regi­on ausführen lassen. Jetzt bleibt uns, die Wanderruderer aufzurufen. Besucht die Anklamer, nutzt die Boote, übernachtet in schönen Hotels und Pensionen. Es lohnt sich. Jeder wird, egal wie das Wetter ausfällt, mit besonderen Erlebnissen nach Hause fahren.

3.   Mit diesen Booten ist es möglich, auch bei größerem Wind auf den Boddengewässern sicher über unruhi­ges Wasser zu fahren. Was natürlich nicht heißen soll, dass jedes Wetter geeignet ist. Stürme und Gewitter bleiben auch für diese Boote gefährlich. Damit leistet der Verband einen Beitrag für die Sicherheit auf dem Wasser. Ein sicheres Boot ist die erste Voraussetzung, um unfallfrei zu rudern. Um die Sicherheit zu komplet­tieren, sollten für Fahrten auf das offe­ne Wasser eigene Rettungswesten mitgebracht werden.

 

Das Boot konnte seine Eignung bereits zeigen

 

Am 25. Juli hat der Ausschuss Wan­derrudern das Boot offiziell in Anklam in Betrieb genommen. Bei starken Winden fuhren drei Ausschussmitglie­der mit Verstärkung erst die Peene aufwärts, um dann zum Nachmittag zur Zecheriner Brücke zu fahren. Das Wetter war hervorragend, starker Wind und Sonne zeigten die guten Fahreigenschaften des Bootes. Für den kommenden Tag bestand Sturmwar­nung, so dass das eigentliche Ziel, nach Wolgast zu rudern, nicht realisierbar war. Das wurde am Sonntag bestätigt. Mit starken Windböen und Schaum­kronen hätte die Rückfahrt nicht stattfinden können. So war die Entschei­dung richtig, Wolgast nicht anzuru­dern. Trotzdem konnte das Boot seine Eignung zeigen. Der Wind schob das Boot zur Brücke, so dass es über die Wellen geflogen ist. Ein tolles Erlebnis, mit diesem Boot sicher das Ufer errei­chen zu können. Andere Gigboote wä­ren schon längst untergegangen. Die Rückfahrt war dann etwas anstrengen­der. Gegen den Wind den richtigen Kurs zu wählen, damit die spritzenden Wellen nicht alle Ruderer in der Gischt versinken lassen, stellt auch an den Steuermann hohe Anforderungen.

 

Sehr schön ist die Landschaft auf dem unteren Abschnitt der Peene. Der Fluss durchläuft ein mooriges Schilfge­biet mit vielen Vögeln. Wer Glück hat, bekommt den Seeadler zu sehen. Wenn man auf den Peenestrom kommt, erweitert sich der Flusslauf zu einem großen See, der länger als der Müggelsee ist. In Richtung großes Haff sieht man die Ruine der Eisenbahn­brücke von Karnin. Viele kleine Häfen laden mit ihren Fischspezialitäten für eine Mittags- oder Abendmahlzeit ein.

Ist einem das Wetter nicht so hold, können Stadtbesichtigung oder Mu­seen oder Strandwanderungen an ei­ner der schönsten Ostseeküsten unter­nommen werden. Eines der Museen ist für Ruderer, als hoch qualifizierte tech­nische Sportart, fast ein Muss. In An­klam wurde Otto Lilienthal geboren. In der Nähe vom Bahnhof ist sein Mu­seum, das seine Flugapparate ausstellt. Das ist sehr sehenswert und bie­tet die Chance, diesen großen Schöp­fer nachzuahmen. Hier ist ein Modell zum Ausprobieren. In dieses Model darf man sich reinhängen, wie Otto Li­lienthal. Er hat in dieser Vorrichtung eine 3/4 Stunde seinen Flugapparat frei hängend gesteuert. Durch Verändern der Lage seiner Füße, vergleichbar wie an einer Sprossenwand, konnte er sein Fluggerät nach links, rechts oben und unten steuern. Hier kann jede Ruder­gruppe seine Besten suchen. Der zu­sätzliche Zeitaufwand wird sich in Grenzen halten, da nach kurzer Zeit die Kräfte erschlaffen und selbst gut ausdauertrainierte Ruderer aus der Halterung fallen werden.

In der Stadt sind empfehlenswerte Gaststätten, die am Abend die Ruderer verwöhnen können. Zwei davon wur­den ausprobiert und für sehr gut be­funden.

 

Ina Holtz ist mit der Stationierung des Bootes in Anklam sehr zufrieden. Jetzt müssen nur noch Gäste kommen und neue Mitglieder den Ruderklub in Anklam stabilisieren, dann sind alle Ziele erreicht.

 

MATTHIAS SIEG

 

(Textquelle und Bild unten: Rudersport 10 | 2015)